Den direkten Zusammenhang zwischen steigender Kinderprostitution in den Urlaubszielländern und dem Tourismus wurde in den letzten Jahren immer wieder thematisiert.
Diesen Zusammenhang bewiesen Untersuchungsergebnisse aus den Philippinen, Taiwan, Sri Lanka und Thailand, die 1990 auf einer Tagung der Ecumenical Coalition in Third World Tourism (ECTWT, heute ECOT) in Chinag Mai /Thailand vorgestellt wurden.
Daraufhin wurde die Kampagne ECPAT (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes) gegründet. ECPAT will für das Problem Bewusstsein schaffen und appelliert an die Verantwortung der Reisenden und der Reisebranche. Die Arbeit von ECPAT wird von dem Grundsatz geleitet, dass jedes Kind Anspruch auf umfassenden Schutz vor allen Formen der kommerziellen Ausbeutung und des sexuellen Missbrauchs hat.
Der Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus (Code of conduct for the protection of children from sexual exploitation in travel and tourism), oft auch gebraucht unter der verkürzten englischen Version "Code of Conduct - CC" ist ein Teilergebnis des von ECPAT-International organisierten ersten Weltkongresses gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in Stockholm (Schweden) 1996. Sich als Beitrag der Reisebranche verstehend, liegt ihm die UN-Menschenrechtserklärung und die UN-Konvention über die Rechte des Kindes zugrunde. ECPAT setzt sich dafür ein, dass die Ursachen von Missachtung aufgezeigt, Verstöße mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgt und Rehabilitationsmaßnahmen für die geschädigten Kinder eingerichtet werden.
Weiterführende Informationen: www.thecode.org
Der Auseinandersetzung mit sozialen Fragen im Tourismus durch regierungsunabhängige Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit und den Kirchen ist sicher auch zu verdanken, dass sich die Tourismusindustrie - und hier die World Tourism Organisation (WTO, heute UNWTO) - zunehmend aufgeschlossener gegenüber tourismuskritischen Themen zeigte.
In ihrer "Manila-Erklärung über die sozialen Auswirkungen des Tourismus" verpflichteten sich 1997 Weltspitzenvertreter von Regierungen und Tourismusindustrie auf die Formulierung eines "Global Code of Ethics for Tourism". Dieser wurde dann durch die Generalversammlung der WTO im Jahre 1999 und daraufhin im Jahr 2001 auch von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Er beinhaltet 10 Prinzipien, die sich mit der Bedeutung und Verantwortung eines weltweiten Tourismus befassen im Sinne einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Entwicklung. Um die Umsetzung des Kodex zu fördern, zu bewerten und zu überwachen wurde bei der WTO ein "Weltkomitee für Tourismusethik" besetzt mit internationalen Vertretern eingerichtet.
Weiterführende Informationen: www.world-tourism.org/code_ethics/eng.html
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